PODCAST #25

Kaan Turgay

Der Netzwerker, der Leben rettet

Geburtsort

Wiesbaden

Geburtstag

1971

Anfänge

Als Kind mit der Mutter Essen auf Rädern organisiert

Heute

Agent für besonders menschliche Fälle
„Wir müssen Geflüchteten zu Hilfe kommen. Es gibt keine Alternative!“

Kaan Turgay im MyGrandStory Podcast

Die GrandStory von Kaan Turgay

Die Bitte zu helfen, erreichte Kaan Turgay im August 2021, wenige Tage nachdem die Welt Afghanistan verlassen, und die Taliban die Herrschaft wieder an sich gerissen hatte. Chaos, Bedrohung, Flucht, die Bilder gingen um die Welt.

Darunter vier Frauen aus Kabul, deren Leben mehr als gefährdet war. Denn eine von ihnen ist eine bekannte, junge Staatsanwältin – um sie weiterhin zu schützen, nennen wir sie Sarah – die bis dahin mit tausenden Anklagen aktiv gegen die Taliban vorgegangen war. Nun eine Staatsfeindin.

„Kaan, ich brauche Hilfe, diese vier Frauen in Sicherheit zu bringen!“ Natürlich, erinnert sich Kaan heute im MyGrandStory-Podcast, war es selbstverständlich, dieses Anliegen eines guten Freundes anzunehmen. Nur, er hat noch nie in einer Flüchtlingsorganisation gearbeitet, auch privat keinerlei Erfahrungen, er hatte keine Kontakte nach Afghanistan, spricht weder Dari noch Paschtu.

Kaan, in Wiesbaden geboren und zur Schule gegangen, studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Berlin und International Business in UC Berkeley in USA und startete nach seinem Diplom-Abschluss beim US-Unternehmen Procter & Gamble, in regionalen und globalen Rollen,  zuletzt IT Director Supply Chain Middle East, bis er 2019 als Director Innovation & Incubation Services zu SAP in Deutschland wechselte. Wiesbaden ist sein Mittelpunkt geblieben, hier lebt er auch mit seiner Familie. Er sei ein passionierter Mentor, schreibt Kaan auf seinem LinkedIn-Profil über sich, begeisterter Berater für Entrepreneurship, für junge Unternehmer von Startups. Auch sozial ist er sehr engagiert, sowohl ehrenamtlich, als auch über Rotary fördert er aktiv den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und der Türkei.

Ratgeber, Menschenfreund. Sein großes Talent ist die Kommunikation, das Netzwerken. Das wusste der Freund, als er Kaan anrief. Im Fall von Sarah, ihren zwei Schwestern und der Mutter, musste ein internationales Kontaktnetz aufgebaut werden, die Basis für diese Rettungsaktion.

Und so begann die Odyssee, eine Flucht aus Kabul nach Pakistan mit der Hoffnung aller Beteiligten, dass die Frauen schließlich an einen sicheren Ort, zu Verwandten nach Deutschland gelangen. Vier Frauen ohne Begleitung, was in diesen Ländern an sich schon unmöglich ist, ohne Schutz, ohne Papiere. Ständig in Angst, entdeckt, verhaftet und zurück nach Afghanistan abgeschoben zu werden. „Nichts ist garantiert in einer solchen Krisenregion,“ sagt Kaan „in der jeden Tag etwas anderes gültig ist.“

Es war ein Abenteuer, dessen Fäden in Deutschland geknüpft und in einem fernen Land umgesetzt wurden. Eine gemeinsame Reise, die immer wieder an ihre Grenzen kam, aussichtslos schien, neue Ideen brauchte und neue Wege fand. Atemlos und hochemotional.

„Es braucht Mut, es zu versuchen“, sagt Kaan im MyGrandStory-Podcast „denn es gibt keine Garantie fürs Gelingen.“ Hunderte Mails und sieben dramatische Monate später hatten es die Frauen geschafft.

Wie Kaan im Team den Helferkreis aufbaute, Politiker:innen aktivierte, sich durch seine Netzwerke über ein NGO offizielle Stempel erschlich, unter welchen Umständen die vier Frauen überlebten, was es heißt, Fremden zu vertrauen und Verantwortung für Fremde zu übernehmen, das alles erzählt er spannend und detailreich im MyGrandStory-Interview. Denn das ist seine Mission, „wenn dadurch nur eine weitere Person ermutigt werden kann, zu helfen, haben wir schon vieles erreicht!“

Am Ende des Podcast kommt auch Sarah, die junge Staatsanwältin zu Wort. Eindringlich bittet sie, ihre Heimat Afghanistan nicht aus den Augen zu verlieren, vor allem das Schicksal der Frauen dort. Sie blickt nach vorne, spricht über ihre Aufgabe, ihre Ziele und die große Dankbarkeit gegenüber ihren Unterstützern, dem, wie sie es nennt: Circle of Humanity.

Text: Andrea Ketterer

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