Ali Aslan Gümüsay

Im akademischen Aufzug nach oben

Geburtsort

Oldenburg, Deutschland

Geburtstag

15. Januar 1985

Anfänge

Sohn eines türkischen Vaters ohne Schulabschluss

Heute

Forschungsgruppenleiter am Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft und Habilitand an der Universität Hamburg
„Meine Eltern haben beide keinen Schulabschluss, hätten aber ihr letztes Hemd für meine Bildung gegeben.“

Ali Aslan Gümüsays GrandStory

Als Arbeiterkind Professor zu werden gelingt in Deutschland nur sehr wenigen Menschen. Einer neuen soziologischen Studie zufolge kommt lediglich jeder neunte Professor aus einem Arbeiterelternhaus. Ali Aslan Gümüsay entstammt einem solchen Elternhaus und wird außerdem in einem Ranking der forschungsstärksten BWL-Hochschullehrer unter 40 Jahren als einer der ganz wenigen mit Migrationshintergrund aufgelistet.

Heute koordiniert Ali Aslan Gümüsay am Humboldt Institut für Internet & Gesellschaft Projekte an der Schnittstelle von digitaler Innovation, Unternehmertum und Gesellschaft. Er bespielt die Themen soziales und digitales Unternehmertum, Plattformen, KI, digitale Transformation und offene Innovation und forscht seit 2018 als Habilitand im Fachbereich Sozialökonomie an der Universität Hamburg.

Dass er einen solch beeindruckenden akademischen Karriereweg hinlegen würde, war keineswegs selbstverständlich. 1985 in Oldenburg als Sohn eines Türken und einer Deutschen im Arbeitermilieu geboren, entwickelte der junge Ali Aslan eine außergewöhnliche Motivation, sich schulisch und akademisch auszuzeichnen: Er besuchte schon zu Schulzeiten Philosophie-Vorlesungen an der Universität Oldenburg, bestand sein Abitur mit einem Notenschnitt von 1,1 und studierte und promovierte an der renommierten Universität in Oxford.

Neben einer Vielzahl von Wissenschaftspreisen, die er gewonnen hat, gehört Ali Aslan Gümüsay auch dem exklusiven Kreis der „Top 99 under 33 Foreign Policy Leaders“ an.

Wer ist Ali Aslan Gümüsay?

Ali Aslan Gümüsay ist ein 1985 in Oldenburg geborener Organisationswissenschaftler der Universität Hamburg und Forschungsgruppenleiter für Innovation, Entrepreneurship & Gesellschaft am Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft Berlin.

Er leitet das DFG-Netzwerk „Grand Challenges & New Forms of Organizing“ und ist assoziiertes Mitglied im Think Tank 30 des Club of Rome, Beiratsvorsitzender des sozialen Inkubators Zahnräder Netzwerk und Vorstandsmitglied beim Concordia Forum.

Ali studierte Management an der Saïd Business School und an der Universität von Oxford, an der er auch promoviert wurde. Von 2014 bis 2016 war er Lecturer am Magdalen College der Universität von Oxford. Zuvor war er Berater bei der Boston Consulting Group. Er ist verheiratet und Vater eines Sohnes.

Was macht Ali Aslan Gümüsay außergewöhnlich?

Im Bereich der Organisationswissenschaft, insbesondere auf dem Forschungsgebiet der Führung, sozialen Innovation und der Digitalisierung, hat sich der 36jährige Ali Aslan einen herausragenden Ruf als Wissenschaftler erarbeitet und mehr als 28 Publikationen in führenden internationalen Zeitschriften wie dem Academy of Management Journal, dem Academy of Management Perspectives, der Harvard Business Review und dem Journal of Business Ethics veröffentlicht.

Er ist Preisträger des Research Excellence Awards der Wirtschaftsuniversität Wien, des Oxford University Teaching Excellence Awards sowie des aktuellen OMT Best Published Paper Awards und gehört dem exklusiven Kreis der „Top 99 under 33 Foreign Policy Leaders“ an.

Warum hat Ali Aslan Gümüsay eine GrandStory?

Als Ali Aslan das erste Mal die heiligen Universitätshallen betrat, war er noch ein Schüler, der sich 16jährig in ein Philosophie-Seminar der Universität Oldenburg eingeschrieben hatte.

Als er dann im Seminar saß und sich erstmals mit Aristoteles‘ Poetik auseinandersetzte, wusste er, dass er Akademiker werden wollte. Er selbst nennt es „das Privileg, Fragen zu ergründen, die ich mir selber stellen darf“.

Allerdings war es bei Weitem nicht vorgezeichnet oder gar absehbar, dass der 1985 in Oldenburg geborene Ali Aslan einmal im wissenschaftlichen Pantheon Platz nehmen würde.

Denn ähnlich wie Wolfgang Wernsdorfer, einem weiteren Protagonisten unserer GrandStories, ist Ali ein Arbeiterkind. Sein Vater war aus der Türkei nach Deutschland eingewandert. Beide Eltern verfügten über keinen Schulabschluss, hätten jedoch ihr letztes Hemd für die Bildung ihres Sohnes gegeben, wie er sagt.

Und, was soll man sagen: Ali Aslan ging den langen und steinigen Weg durch die europäischen Bildungsinstanzen, erreichte einen Abiturschnitt von 1,1 am Neuen Gymnasium in Oldenburg, studierte in England und Frankreich mit Auszeichnung an den Universitäten Warwick, Oxford, SciencesPo, war als Dozent an Universitäten in Istanbul, Wien, Cambridge und Berlin tätig und habilitiert gerade an der Universität Hamburg.

Er ist das beste Beispiel dafür, dass Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und ein langer Atem wichtige Bestandteile sind, um soziale Widrigkeiten überwinden zu können und eine außergewöhnliche akademische Laufbahn anzustoßen.

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