Amir Kassaei

Kreativkopf der Extraklasse

Geburtsort

Teheran, Iran

Geburtstag

1968

Anfänge

In Österreich gestrandeter unbegleiteter Kriegsflüchtling

Heute

Ehemaliger Global Chief Creative Officer bei DBB Worldwide, Enfant terrible der Werbebranche
„Echte Kämpfer essen keinen Honig. Sie kauen Bienen.“

Amir Kassaeis GrandStory

Die Minenfelder des Irak-Iran-Kriegs sind die Ausgangslage von Amir Kassaeis Geschichte: Nach 18 Monaten an der Front flüchtet der 15jährige mutterseelenallein über die Türkei nach Österreich.

Mit viel Fleiß und – wie er selbst sagt – „deutschen“ Charaktereigenschaften lernt er innerhalb von vier Monaten die deutsche Sprache, fasst in Österreich Fuß, erreicht dort sein Abitur und geht zum BWL-Studium nach Frankreich, um schlussendlich eine Bilderbuchkarriere in der Werbeindustrie hinzulegen und sich den Ruf eines Enfant terribles der Marketingbranche zu erarbeiten.

Im Laufe seiner 30 Berufsjahre wird er nicht nur Chief Creative Officer und Associate Partner von DBB Deutschland und DBB Worldwide mit über 14.000 Mitarbeitern, sondern auch mehr als 2.000 nationale sowie internationale Werbepreise abräumen und die wirklich großen Werbebudgets verwalten.

Dafür, dass er in jungen Jahren keine Zeit hatte, sich großen Träumen hinzugeben, hat er es später geschafft, eine beispiellose berufliche Karriere in der internationalen Werbebranche hinzulegen.

Wer ist Amir Kassaei?

Amir Kassaei ist ein im Jahr 1968 geborener Werbe- und Marketingspezialist, der über mehr als 30 Jahre hinweg führende Positionen innehatte und internationale Werbekampagnen namhafter Konzerne verantwortete.

Er hat nach dem Abitur in Wien an der französischen Elite-Universität Fontainebleau Betriebswirtschaftslehre studiert, ging als Werbetexter zu Springer & Jacoby und wurde im Anschluss Kreativchef bei DBB Germany in Berlin, um am Ende als Chief Creative Officer bei DBB Worldwide in New York mehr als 14.000 Mitarbeiter zu führen. Seine bekanntesten Kampagnen entwickelte er für Volkswagen, Mercedes-Benz, Smart, Seat, McDonald’s, Exxon und Mars.

Im Jahr 2019 zog sich Kassaei aus der Werbebranche zurück und entwickelt seitdem unternehmerische Projekte in den Bereichen Fashion, Design und Architektur.

Was macht Amir Kassaei außergewöhnlich?

In seiner Zeit als Chief Creative Officer nannte sich Amir Kassaei selbst „Chief Asshole Officer“. In der Werbebranche wurde er zeitgleich als Macher und Motor geschätzt und als schwieriger Gesprächspartner gefürchtet.

Amir, einer der originellsten Köpfe seiner Branche, gilt als prinzipiell leicht reizbar, verehrt und gefürchtet von Feind und Freund. Als außergewöhnlicher Diplomat ist er in seinen 30 Jahren in der Werbeindustrie noch nie aufgefallen.

Er gilt als einer der berühmtesten und angesehensten Werbeleute der Welt und wurde mit mehr als 2000 nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet und seit 2009 wiederholt zum besten Kreativchef der Welt gekürt, war Präsident des Art Directors Club of Europe sowie Präsident der Jury des Filmfestivals in Cannes.

Warum hat Amir Kassaei eine GrandStory?

In Teheran geboren, mit 13 Jahren Kindersoldat im Irak-Iran-Krieg, mit 15 Jahren gelingt ihm die Flucht über die österreichische Botschaft in Istanbul nach Wien. Dort macht er Matura und Zivildienst, dann BWL-Studium an der Elite-Universität Fontainebleau in Frankreich, Controller bei L’Oréal, Werbetexter bei der namhaften Werbeagentur Springer & Jacoby, dann Kreativchef der DDB Group Germany in Berlin, von 2011 bis 2019 als Krönung seines Karriereweges Kreativchef von DDB Worldwide in New York.

Gezeichnet durch die frühe Erfahrung in den Minenfeldern am eigenen Leib, sieht Kassaei alles, was nach seinem 15. Lebensjahr kommt, fast schon fatalistisch als Kür. Allein, mittellos und komplett auf sich gestellt passt sich Amir Kassaei den Gegebenheiten in Österreich an und kann sich in der für ihn fremden Kultur buchstäblich vom Tellerwäscher (in seinem Fall waren es die Toiletten des Wiener Hauptbahnhofs) zum hochdekorierten Werbevisionär hocharbeiten.

Seine Bereitschaft, über Grenzen zu gehen, hat dem Kosmopoliten Kassaei Türen geöffnet, die den Satten und Trägen für immer verschlossen bleiben. Er sagte einmal in Anlehnung an Frank Sinatra, „wenn man es in Wien schafft, dann schafft man es überall.“ Und er sollte recht behalten: Bis ins Jahr 2019 sammelte er mehr als 30 Jahre Berufserfahrung in der Werbeindustrie und entwickelte sich mit Durchsetzungsfähigkeit, Disziplin, Willen und Arbeitsethos bis hin zum Kreativchef mehrerer global agierender Marketingagenturen.

Heute – immer noch nicht träge und satt – hat er sich aus der Werbung zurückgezogen und treibt mit seinem Wissen und seiner Energie die selbstgegründeten Unternehmen Buresq, H4H und The Maniacs voran. Der dynamische und streitbare Geist Kassaei streckt heute seine Fühler aus, um in den Bereichen Design, Architektur und High Level Fashion neue Standards und Akzente zu setzen.

Foto Amir Kassaei: (c) Holde Schneider

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