PODCAST #06

Karim El-Gawhary

Vermittelnde Stimme zwischen Orient und Okzident

Geburtsort

München, Deutschland

Geburtstag

26. November 1963

Anfänge

Münchner Kindl mit arabischem Einschlag

Heute

Nahost-Korrespondent und Bestseller-Autor
„Es gibt keine Geschichte, die es wert ist, dass man sie nicht mehr erzählen kann.“
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Karim El-Gawhary im MyGrandStory Podcast

Karim El-Gawharys GrandStory

Karim El-Gawhary hat eine sonore Stimme, die sich hervorragend eignet, um langatmige Geschichten kurz erscheinen zu lassen. Oder traurigen Geschichten Pathos verleiht, ohne sie zu verklären.

Karim ist in München geboren und aufgewachsen und bezeichnet sich selbst mit einem Augenzwinkern als „wandelnde Identitätskrise“. In Deutschland und Österreich wird er ständig gefragt, warum er denn so gut Deutsch spreche. In Kairo, seinem Wohnort seit 30 Jahren, wird er gefragt, warum er denn so komisch Arabisch spreche. Als Sohn einer Deutschen und eines Ägypters wuchs er allein deutschsprachig auf und lernte erst als Erwachsener im Studium Arabisch.

Seinem Berufswunsch, Journalist zu werden, geht ein Schlüsselerlebnis voraus: Als Karim neun Jahre alt ist und in München 1972 das Attentat auf israelische Olympioniken verübt wurde, fungiert sein Vater als Übersetzer und Vermittler für die bundesdeutschen Behörden. Als „Dank“ für sein Engagement wurde der Vater aus Deutschland ausgewiesen, weil er als Vorsitzender einer palästinensischen Studentenvereinigung zur Persona non grata erklärt wird.

Auch wenn der Vater dank eines Gerichtsbeschlusses zwei Jahre später wieder zurückkommen wird, ist das Erleben der Ohnmacht und der systemischen Intransparenz eine Triebfeder in Richtung Journalismus, die Karim nicht mehr loslassen wird und ihn zu einer aufklärenden, vermittelnden Stimme zwischen den Kulturen werden lässt.

Wer ist Karim El-Gawhary?

Karim El-Gawhary wurde 1963 als Sohn einer deutschen Mutter sowie eines ägyptischen Vaters in München geboren und studierte Islamwissenschaften und Politik an der FU Berlin.

Seit dem Jahr 2004 leitet er das Nahostbüro des ORF in Kairo. Zuvor war er dort fünf Jahre lang als Vertreter des ARD-Rundfunkstudios tätig. Daneben arbeitet der Vater von drei Kindern seit gut 30 Jahren als Nahost-Korrespondent für verschiedene deutschsprachige Zeitungen, u. a. taz (Berlin), Die Presse (Wien) sowie die Hannoversche Allgemeine Zeitung und ist als Sachbuchautor sehr erfolgreich tätig.

Was macht Karim El-Gawhary außergewöhnlich?

Karim El-Gawhary gilt als einer der Besten seines Fachs. Als langjähriger Auslandskorrespondent des ORF, des ARD und weiterer deutschsprachiger Zeitungen seit 1991 im Einsatz, hat er die politischen und gesellschaftlichen Geschehnisse und Verwerfungen im Nahen Osten unmittelbar miterlebt, darüber als Journalist berichtet und sich als erfolgreicher Sachbuchautor einen Namen gemacht.

Karim ist Preisträger des Concordia-Publizistikpreis im Jahr 2012, fünfmal Österreichs Auslandsjournalist des Jahres, Österreichs Journalist des Jahres 2013 sowie Axel-Corti-Preisträger des Jahres 2018.

Warum hat Karim El-Gawhary eine GrandStory?

Wenn wir GrandStories erzählen, sprechen wir über Ärzte, Unternehmer und Wissenschaftler, die auf ihrem Gebiet Großes geleistet haben und unsere Gesellschaft mit ihrem Engagement bereichern. Aber was ist mit denjenigen, die diese Geschichten erzählen, die vor Ort an den Brennpunkten sind, unseren Blick schärfen und uns zum Innehalten bringen?

Genau das ist die Aufgabe eines guten Journalisten. Karim El-Gawhary ist ein leidenschaftlicher Erzähler, der seit 1991 aus dem Nahen und Mittleren Osten berichtet – für Printmedien, Radio, Fernsehen und als reichweitenstarker Influencer (allein auf Twitter hat er ca. 200.000 Follower). Als Mittler zwischen der arabischen und deutsch-österreichischen Kultur ist er nicht nur Leiter des ORF-Nahostbüros, sondern liefert als erfolgreicher Buchautor wertvolle Einblicke über Menschen, Gesellschaft und Kultur in der arabischen Welt.

Geboren im Jahr 1963 ist er selbst immer zwischen den Kulturen gefangen und nie vollständig an einem Ort angekommen. Als „wandelnde Identitätskrise“ gelingt es ihm jedoch wie kaum einem Zweiten, Menschen in Alltagssituationen abzubilden und über die gesellschaftlichen Verwerfungen in der arabischen Welt zu berichten, ähnlich wie unsere weitere GrandStory, Navid Kermani,.

Als junger Mann wurde Karim El-Gawhary an der Münchner Journalistenschule abgelehnt, ging dann zum Studieren nach Berlin, wo er erst im Erwachsenenalter Arabisch lernte und fragte während eines Aufenthalts in Kairo bei der Berliner taz an, ob er von dort aus als Korrespondent arbeiten könne. Die taz sagte, „Ach, schick mal was“, und am Tag drauf, „Schick doch nochmal was“.

Nach seinem Kaltakquise-Coup bei der taz startete er eine beispiellose journalistische Karriere, die ihn in 30 Jahren seines Berufs auf buchstäblich allen Kanälen und quer durch die arabische Welt leitete. Und die ihn zu einem preisgekrönten Journalisten und großartigen Sachbuchautor hat werden lassen.

Foto Karim El-Gawhary: (c) Manfred Weis

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